Das Metrum
Versfuß, Versmaß, Metrum sind Begriffe, die sehr häufig synonym verwendet werden. Zur genaueren Unterscheidung bietet es sich jedoch an, das “Metrum” als Obergriff zu bezeichnen für alle Aspekte, die die Abfolge von betonten und unbetonten Silben auf Versebene betreffen. Davon zu unterscheiden wäre der Versfuß als kleinste metrische Einheit, bestehend aus mindestens zwei, höchsten drei Silben, und dem Versmaß als dem metrischen Schema eines gesamten Verses und der spezifischen Abfolge der in Quantität (2 oder 3) und Qualität (betont - unbetont) unterschiedenen Silben.
Der Versfuß
Unterschieden werden nur 4 Grundfiguren:
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Jambus
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u b
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“Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde”
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Trochäus
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b u
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“Dies ist mein Zwirn.”
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Daktylus
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b u u
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“Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen.”
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Anapäst
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u u b
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“Wie mein Glück, ist mein Leid”
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Da sich jeder Vers aus diesen 4 Grundformen zusammensetzt, kann man auf zur Selbstkontrolle bei der Bestimmung des Metrums auf einige wenige Hilfestellungen zurückgreifen:
- Die Abfolge zweier betonter Silben innerhalb eines Verses ist nahezu ausgeschlossen. Einzige Ausnahme wäre die Abfolge zweier betonter Silben, wenn sie durch eine deutliche Zäsur voneinander getrennt werden.
- Ebenso können nicht drei unbetonte Silben aufeinander folgen.
Wer bei der Bestimmung aber auf diese Ergebnisse kommt, kann davon ausgehen, dass ihm / ihr ein Fehler unterlaufen ist. Ergänzt sei an dieser Stelle, dass man sich bei der Bestimmung des Metrums von seinem natürlichen Sprechrhythmus leiten lassen soll!
Das Versmaß
In der Regel reicht bei der Beschreibung des Versmaßes der Hinweis auf den Versfuß und die Anzahl der Hebigkeit: z.B.: 5-hebiger Jambus. Von analytisch höherer Relevanz als die exakte Bezeichnung des Versmaßes ist dessen Deutung hinsichtlich der Wirkung, die durch die Sprechrhythmik erzeugt wird. Den wiederum muss am im Kontext inhaltlicher Zusammenhänge sehen. Wenn, wie im obigen Beispiel aus Goethes “Willkommen und Abschied” der 4-hebige Jambus eine zusätzliche Dynamik ins dargestellte Geschehen hineinbringt, so lässt sich daraus nicht ableiten, dass das für dieses Versmaß grundsätzlich gelte.
Der Reim
In vielen Gedichten werden die Verse durch einen Endreim miteinander verbunden. Als Reim empfinden wir Wortbeziehungen, wenn sie vom letzten betonten Vokal an gleich klingen. der reim ist ein sehr ausdrucksstarkes Mittel, um versübergreifende Beziehungen und innere Verbindungen deutlich zu machen.
Aus der Abfolge von Endreimen ergeben sich verschiedene Reimschemata:
- der Paarreim (aabb)
- der Kreuzreim (abab)
- der umarmende Reim (abba)
- der Schweifreim (aab ccb).
Vom Endreim unterschieden ist der Binnenreim, bei dem sich Wörter innerhalb eines Verses reimen. Als unreinen Reim bezeichnet man den annäherenden Gleichklang von Lauten, z.B.: nießen - büßen.
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